Urlaub an der Costa del Sol

Entdecken Sie die Costa del Sol!

Quelle: Text Marco Polo

Lebenslust und Sinnlichkeit gedeihen in der multikulturellen Wiege der Toleranz

Wenn sich der Abend über die Gärten des Generalife legt, beginnt die Alhambra zu strahlen wie ein Geschmeide. Die rötlichen Mauern der Alcazaba, deren Tönung sich von Stunde zu Stunde verändert und die den ganzen Tag über das Sonnenlicht speichern, beginnen zu leuchten.

Noch sind sie erkennbar, die Gärten ringsum mit Rosen, Palmen und Lorbeerbäumen vor der Kulisse grandioser Berge, die Tore und Patios, der angefressene Backstein der Festungsmauern, die bis zum Exzess getriebene Verfeinerung der Ornamentik in den Palästen. Dann hüllt die Nacht die Pracht ein wie in schwarze Tücher.

Die Stadt im Osten Andalusiens vor den blaugrünen Hängen der Sierra Nevada präsentiert sich als Juwel der Baukunst und Schatzkammer einer großen Historie. Viele völkerwandernde Nationen machten hier Zwischenstation. 711 eroberten nordafrikanische Araber das heutige Andalusien.

Mit dem Aufstieg der Nasriden, einer islamischen Dynastie, die bis 1492 der christlichen Dauerbelagerung standhielt, gelangte die islamische Kultur auf spanischem Boden zu einer einzigartigen, nie wiederkehrenden Blüte. Die Alhambra entstand als königlicher Sitz der maurischen Herrscher. Die eindrucksvollsten Werke der Baukunst in Andalusien stammen von den Mauren, die gesamte Kultur des Landes ist inspiriert von arabischen Einflüssen. Viele Kalifen waren hoch gebildet und versammelten aus Ehrgeiz und Freude am Gespräch Gelehrte und Schriftsteller um sich. Künste und Wissenschaften blühten auf unter der Regierung des Halbmondes. Toleranz und enges Zusammenleben zwischen Juden, Muslimen und Christen waren beispiellos in Europa - bis nach der christlichen Reconquista Unduldsamkeit und religiöser Fanatismus diese einzigartige Kultur zersetzten.

Von diesem »Goldenen Zeitalter« unter maurischer Herrschaft, als die Stadtgesellschaft multikulturell gemischt war, als jüdische Ärzte, Diplomaten und Philosophen den Ton angaben, als gebaut wurde und gestaltet, als Bewässerungssysteme angelegt wurden, Medizin und Bildhauerei, Malerei, Dichtkunst, Gesang und Tanz vom überaus fruchtbaren Geist jener Epoche stimuliert waren, zehrt Granada bis heute. Die Granadiner zeigen sich aufgeschlossen, von liberaler Gesinnung, mit überwältigend junger Bevölkerung.

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