Gesundheit - 7 goldene Urlaubsregeln
1. Reiseapotheke
Stellen Sie präventiv die wichtigsten Medikamente zusammen.
In die Reiseapotheke gehören Pflaster, Fieberthermometer, Binden, spezifische Medikamente,
Medikamente gegen Durchfall und Verstopfung, Schmerztabletten, Sonnenbrandcreme, Insektenschutz- und Desinfektionsmittel.
Bei Reisen nach Afrika und Asien sollte man eine Notfallausrüstung zum Schutz vor Aids und Hepatitis mitnehmen.
Bei chronischen Krankheiten die entsprechenden Medikamente mitzunehmen.
Bei Fernreisen erkunden Sie sich bitte spätestens vier Wochen vor der Abreise beim Arzt nach notwendigen Impfungen.
Der grundlegende Impfschutz gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie und Kinderlähmung muss überprüft werden.
In bestimmten Ländern sind Impfungen (z.B. Gelbfieber) vorgeschrieben. Ohne den Eintrag im Impfbuch kann man nicht einreisen.
2. Typische Krankheiten
Malaria: Wird durch die Anopheles-Mücke übertragen. Es gibt eine absolut zuverlässige Schutzimpfung.
Die medikamentöse Prophylaxe beginnt mindestens 1 Woche vor der Reise und endet 6 Wochen danach.
Die Medikamente müssen genau nach Reiseziel zusammengestellt werden.
Gelbfieber: Wird durch Mücken übertragen (vor allem in Afrika und Südamerika).
Eine Impfung ist zwingend und muss spätestens 3 Wochen vor Beginn der Reise erfolgen.
Typhus: Bei Reisen in tropische und subtropische Länder ist eine Impfung mindestens 10 Tage vor Abreise empfehlenswert.
Die Impfung, die nur einen teilweisen Schutz bietet, muss vor der Malaria Prophylaxe abgeschlossen sein.
Meningokokken-Meningitis: Gefährdet sind Reisende nach Afrika, nach Brasilien und in Regionen südlich des Himalaya.
Der Schutz tritt 10 Tage nach der Impfung ein.
Hepatitis A: Die Impfung erfolgt 10 Tage vor der Abreise und ist zu empfehlen bei Reisen in tropische und subtropische Länder.
Hepatitis B: Der Vorgang erfolgt in 3 Impfungen: Die erste Impfung erfolgt mindestens zehn Tage vor Abreise,
die zweite 4-6 Wochen nach der ersten Impfung und die dritte Impfung 6-12 Monate nach der zweiten Impfung.
Hepatitis B tritt besonders in Afrika und gewissen Teilen in Asien auf. Uebertragungsart: sexuell sowie durch Blut oder Blutprodukte.
Aids: Kondome immer mitnehmen.
3. Reisekankheit allgemein
Die Reisekrankheit ist in erster Linie eine Bewegungskrankheit (Kinetose).
Vorbeugende Maßnahmen können helfen:
Gut ausgeschlafen die Reise in Angriff nehmen.
Essen Sie während der Fahrt leicht verdauliche Kost(Obst, Gemüse).
Verzicht auf Alkohol, starken Kaffee und Zigaretten.
Verzichten Sie aufs Lesen.
Schauen Sie für frische Luft und wenn möglich kühle Temperaturen.
Bei der Autofahrt wählen Sie gut ausgebaute Straßen. Machen Sie alle 2 Stunden eine Pause.
Tipp für Kinder: Kopfhörer aufsetzen und Musik hören.
Medikamente gegen Reisekrankheit:
Ingwerwurzel gegen Brechreiz (rezeptfrei).
Homöopathische Mittel wie Nux Vomica D6 (rezeptfrei)
Diphenhydramin und Dimenhydrinat. Achtung: Diese Medikamente machen jedoch müde!
Pflaster mit dem Wirkstoff Scopolamin (rezeptpflichtig)
Achtung: Der Einsatz von chemischen Präparaten ist jedoch wegen der teilweise grossen Nebenwirkungen umstritten!
4. Jetlag
Besonders für Geschäftsleute kann Jetlag zum echten Problem werden.
Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und die Verdauung ist nicht wie gewohnt. Der Körper kommt mit der
Zeitverschiebung nicht klar. Unangenehm sind Reisen in den Osten, da der Tag oder die Nacht verkürzt werden.
Nach einem mehrstündigen Flug fällt die Nacht bzw. der Tag vollständig weg. Leistungsfähigkeit lassen dann stark nach,
das Wohlbefinden sinkt. Verhindern kann man diese Entwicklung nicht, doch es gibt ein paar Tipps, um Jetlag zu überlisten:
Kein Alkohol oder Kaffee während dem Flug trinken. Nicht rauchen wenn möglich. Keine starken Schlafmittel zu sich nehmen.
Versuchen Sie gleich nach der Landung sich dem Rhythmus Ihrer Destination anzupassen. Auch wenn Ihnen unter dem Tage die Augen zufallen,
versuchen Sie durchzuhalten.Halten Sie sich am Tag im Freien auf.
Entscheiden Sie sich schon vor dem Flug: entweder schlafen oder wach sein. Bei der Schlafvariante kann sich der Körper anschließend
ausgeruht auf den neuen Tagesverlauf einstellen. Die Wachsein Variante hat den Vorteil, daß man zur Schlafenszeit am Zielort
müde ist, lange ausschläft und automatisch schon fast im richtigen Rhythmus ist.
Gehen Sie den ersten Tag ruhig an. Auch ein guter Speiseplan kann hilfreich sein. Eiweißreiche Kost hält wach.
Kohlenhydratreiche Nahrung macht müde. Eine leichte Gymnastik nach dem Flug bringt den Kreislauf wieder auf Trab.
British Airways zum Beispiel bietet Jetlag Geschädigten in London-Heathrow Bewegungsprogramme und Massagen an.
Vorbeugung gegen Thrombosen
Viel trinken. Mineralwasser, Obst- und Gemüsesäfte gleichen den Flüssigkeitsverlust aus.
Alkohol jedoch stellt ein zusätzliches Risiko dar.
Öfter mal aufstehen und in den Gängen umher gehen.
Beim Sitzen die Beine nicht übereinanderschlagen.
Luftige Kleidung tragen.
Das Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen minimieren die Gefahr einer Thrombose.
Risikogruppen wie Patienten mit Venen- Erkrankungen, herzschwache Menschen, ältere Menschen,
Schwangere und Frischoperierte sollten vor einem längeren Flug unbedingt vorher den Arzt konsultieren.
Rauchen, Übergewicht und die Pille bedeuten zusätzliches Risiko. Die Thrombosegefahr besteht hier
noch bis zu 5 Tage nach einem Langstreckenflug.
Gymnastikübungen wie folgt machen:
Im Sitzen Zehen abwechselnd spreizen. Die Schuhe dabei ausziehen.
Im Sitzen Füße anziehen und ausstrecken.
Im Sitzen Kissen zwischen die Knie klemmen und die Oberschenkel dabei fest zusammendrücken.
Leicht federnd an Ort gehen.
Zwischendurch die Waden massieren.
Gewappnet für Langstreckenflüge
Das lange Still-Sitzen bei Langstreckenflügen erhöht das Risiko für Blutgerinnsel.
Reisethrombosen können lebensgefährlich sein. Denn im schlimmsten Fall lösen sich die Blutgerinnsel,
werden mit dem Blut in Lunge, Herz oder Gehirn geführt. Die Folge ist oft eine tödliche Embolie oder ein Schlaganfall.
Einer Studie zufolge entwickelt jeder 10. Fluggast eines längeren Fluges bereits die erste Vorstufe einer Beinvenenthrombose,
bei der die Bildung von Gerinnseln gefördert wird.
Mehrere Faktoren begünstigen im Flugzeug die Verstopfung der Adern: Beim Sitzen werden die Venen in Kniekehlen abgeknickt.
Der Druckabfall sorgt für eine Ausdehnung der Gefäße und somit für einen geringeren Blutfluss.
Zu wenig Luftfeuchtigkeit führt zu erhöhtem Flüssigkeitsverlust und damit zu einer Blut-Verdickung.
Eine Thrombose kündigt sich sehr oft durch eine Überwärmung der Haut an den Unterschenkeln, eine Schwellung, bläuliche Verfärbung oder Schmerzen
der betroffenen Stelle an. Auch wenn Todesfälle eine Ausnahme darstellen, sind Vorbeugungsmaßnahmen sehr sinnvoll.
British Airways weist seine Passagiere ausdrücklich auf die Trombosengefahr hin.
5. Gefahren im Urlaub
Sonnenstich
Kopf mit nassen Tüchern oder Eis kühlen. Unbedingt Hut tragen.
Bilharziose
Vor allem in den Tropen nicht in Seen oder Teichen baden! Der Erreger der Wurmkrankheit gelangt über die Leber ins Blut.
Er verursacht starke Schmerzen im Magen, Fieber und blutigen Stuhl. Unbedingt den Arzt konsultieren.
Hitzschlag
Schwäche, Schwindel, Sehstörungen, blasse und kalte Haut. Möglichst viel trinken.
Hohes Fieber muß sofort durch Kühlung gesenkt werden. Unbedingt den Arzt konsultieren.
Reisekrankheit
Bei Langstreckenreisen und Flügen kommt es zu Übelkeit und Schwindel.
Viel trinken, leichtes Essen zu sich nehmen, keine Einnahme von Alkohol,leichte Gymnastik machen.
Stützstrümpfe tragen zur Vorbeugung von Thrombosen.
Sonnenbrand
Kalte Essig Umschläge oder Joghurt Masken helfen gegen Sonnenbrand.
Bei Allergien sollten Sie mit hochdosiertem Kalzium vorbeugen. Sonneneinwirkung sofort vermeiden.
Magen-Darm-Infektion
Nur abgekochtes Wasser verwenden. Leitungswasser, Getränke mit Eiswürfeln und Speiseeis in tropischen Gebieten und Entwicklungsländern unbedingt vermeiden.
Essen Sie nur Obst und Gemüse, das Sie selbst schälen. Bei Darminfektionen mit Durchfall resp. Fieber
leichtere Kost essen. Viel trinken. Bei ständigem Durchfall sollten Sie den Arzt konsultieren.
Moskitostiche
Dengue-Fieber, Gelbfieber und Malaria werden so übertragen.
In der Dämmerung helle, langärmelige Kleidung tragen. Gesicht schützen. Moskitonetz aufstellen.
Schlangen, Spinnen, Skorpione
Schauen Sie gut bevor Sie sich niederlassen. Feste, hohe Schuhe und lange Hosen bieten guten Schutz.
Nach einem Biß oder Stich müssen Sie das betroffene Körperteil unbedingt ruhig halten,
die Wunde sofort reinigen (nicht aussaugen!) und dringendst den Arzt konsultieren wenn möglich.
Tauchen
Gesundheitscheck beim Arzt. Bei Asthma, Epilepsie, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen sollten Sie verzichten.
Brustschmerzen, Atemnot und Bewußtlosigkeit nach dem Tauchen schliessen auf Lungenverletzunghin. Sofort Arzt konsultieren.
6. Krankenversicherung im Ausland
Es wichtig, die Leistungen der eigenen Krankenkasse vor der Reise zu überprüfen.
Die Höhe der Leistungen richtet sich nach dem Umfang, den die Krankenkassen des Gastlandes ihren Versicherten zahlen.
Das kann ein teurer Spass werden, den für viele Untersuchungen, die zu Hause von der Kasse getragen werden, muss zusätzlich gezahlt werden.
Private Krankenversicherungen übernehmen Kosten innerhalb Europas generell, bei Fernreisen jedoch oft nur, wenn der Urlaub nicht länger als sechs Monate dauert. Außerdem sollte der Versicherte prüfen, ob er eine Selbstbeteiligung leisten muss und ob ein Rücktransport aus dem Ausland bezahlt wird.
Um Lücken im Versicherungsschutz zu stopfen, ist dringend zu empfehlen eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen.
Vor Abschluss sollte man genaustens vergleichen. Die Dienstleistungen der Anbieter unterscheiden sich nur in wenigen Punkten,
die Preise liegen jedoch weit auseinander.
Alle Versicherer übernehmen grundsätzlich die Kosten für einen Krankenhaus Aufenthalt oder eine ambulante ärztliche Behandlung.
Die Patienten haben freie Arzt- und Krankenhauswahl. Die Versicherung bezahlt ebenfalls Medikamente, Verbände und Heilmittel
sowie einen notwendigen Rücktransport.
Einzelne spezielle Leistungen wie etwa Schwangerschaftsuntersuchung oder Nachbehandlung einer Operation können von vornherein ausgeschlossen sein.
Ganz wichtig: Alle Original-Belege müssen aufgehoben und daheim bei der Versicherung abgegeben werden.
7. Sonnenbrand
Bei einem Sonnenbrand sofort die Sonne meiden.
Hier ein paar Tipps:
Quark oder Jogurt auf die Haut auftragen.
Kalte Wickel aus Schwarzem Tee, Milch oder Essig wirken beruhigend.
Antiallergische Gele helfen gegen die Rötung und Schmerzen. Gele kühlen.
Vor dem Schlafengehen großzügig Feuchtigkeitscreme auftragen.
Niemals kalt duschen, sonst wird das Brennen noch stärker.
Achtung, die Sonne brennt!
Die Haut ist spannt, krebsrot und schuppt sich. 3 Tage später ist Urlaubsbräune verschwunden. In den ersten Tagen sollten Sie
gute Kleidung und gute Kopfbedeckung tragen und natürlich alle unbedeckten Körperteile eincremen. Starten Sie mit einem hohen Lichtschutzfaktor,
und bleiben Sie anfangs immer im Schatten.
Mit Sonnencreme kann man länger in der Sonne bleiben. Hellhäutige Typen sollten am Anfang nicht
länger als ca. 10 Minuten in der Sonne sein. Im Gesicht eine Creme mit besonders hohem Lichtschutzfaktor verwenden.
Sonnenöle sollten nur vorgebräunte Personen benutzen. Je langsamer die Haut an die Sonne gewöhnt wird, desto langanhaltender ist die Bräune.
Sonnencreme immer mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen und über den Tag häufig erneuern. Nachcremen verlängert die Schutzwirkung nicht,
sie erhält sie nur. Die teuersten sind nicht immer zwingend auch die besten Lichtschutzmittel. Niemals zur Mittagszeit baden, und beim
Schwimmen ein wasserfestes Sonnenschutzmittel auftragen.